Waldzustandsbericht 2022: Dem Berliner Wald geht es weiterhin sehr schlecht

Es sind beunruhigende Nachrichten: Der Anteil gesunder Bäume in den Berliner Wäldern ist laut dem diesjährigen Waldzustandsbericht weiter gesunken. Nur noch vier Prozent aller Bäume sind gänzlich ohne Schäden. 2021 waren es noch sechs Prozent. Deutliche Schäden weisen 40 Prozent des Bestands auf – sechs Prozentpunkte mehr als im letzten Jahr. Bei Kiefern – der häufigsten Baumart in unseren Wäldern – sieht es noch dramatischer aus: Nur zwei Prozent der Bäume sind gesund. Im Mittel fehlt den Bäumen in Berlin seit vier Jahren über ein Viertel der Laub- beziehungsweise Nadelmasse. Die Absterberate ist zwar erneut gesunken, bleibt dabei aber weiterhin überdurchschnittlich hoch.

Das zeigt deutlich: Die Klimakrise bedroht unseren Wald massiv. Wir müssen ihn widerstandsfähiger machen gegenüber Trockenheit, Hitze, Feuer, Stürmen und Schädlingen. Die Zeit läuft uns davon. Als waldpolitische Sprecherin setze ich mich dafür ein, dass der Berliner Wald zunehmend Aufmerksamkeit erhält. Mit dem Doppelhaushalt 2022/23 haben wir einiges erreicht.

Mit 3,75 Millionen Euro fördern wir den Umbau zu Mischwäldern, den die Berliner Forsten seit 2012 umsetzen. Mischwälder sind stabiler und vitaler und passen sich besser an den Klimawandel an als etwa Kiefer-Reinpflanzungen. 2022 wurden bisher 322.000 Laubbäume gepflanzt.

Wir investieren außerdem in die Waldbrandvorsorge: etwa in ein Waldbrandfrüherkennungssystem oder in Löschwasserbrunnen.

Forswirtschaftliche Praktiken müssen laufend evaluiert und weiterentwickelt werden. Deswegen ist ein steter Austausch mit Wissenschaft und Praxis enorm wichtig. Erkenntnisse, etwa aus der Feuerökologie, können uns dabei helfen, den Wald klimaresilienter zu machen.

Damit die Berliner Forsten ihrer wachsenden Aufgaben gerecht werden, müssen sie personell und finanziell besser ausgestattet werden. Deswegen haben wir in diesem Jahr bspw. sieben Stellen für Forstwirtschaftsmeister*innen zur Unterstützung der Revierleiter*innen geschaffen.

>> Zu dem Waldzustandsbericht 2022

>> Umweltsenatorin Bettina Jarasch beantwortet im Umweltausschuss Fragen zum Waldzustandsbericht 2022